Wer mehrere Kredite, Kreditkartenraten oder Ratenkäufe gleichzeitig abbezahlt, verliert schnell den Überblick. Genau an dieser Stelle setzt Plus1 an. Der noch vergleichsweise neue Anbieter auf dem deutschen Markt konzentriert sich nicht auf klassische Kredite zur freien Verwendung, sondern auf die Umschuldung bestehender Verbindlichkeiten.
Interessant ist Plus1 vor allem für Verbraucher, deren finanzielle Situation bereits etwas komplizierter geworden ist. Auch negative SCHUFA Einträge oder offene Inkassoforderungen bedeuten laut Anbieter nicht automatisch das Aus. Gleichzeitig handelt es sich aber keineswegs um einen Kredit ohne Bonitätsprüfung. Was steckt also hinter der Plus1 Umschuldung und für wen kann sich das Angebot lohnen?
Was ist Plus1?
Plus1 stammt ursprünglich aus Schweden. Hinter der Marke steht das 2016 gegründete schwedische Kreditinstitut 0TO9 AB mit Sitz in Stockholm. Das Unternehmen unterliegt der Aufsicht der schwedischen Finanzaufsichtsbehörde Finansinspektionen und ist mittlerweile auch auf dem deutschen Markt aktiv.
In Deutschland werden die Kreditanträge von der Plus 1 Germany GmbH in Berlin entgegengenommen. Diese besitzt eine Erlaubnis zur Darlehensvermittlung nach § 34c GewO und vermittelt die Kreditanträge an die schwedische 0TO9 AB als eigentlichen Kreditgeber.
Plus1 ist damit kein anonymer Kreditvermittler, der Anträge an zahlreiche unbekannte Banken weiterreicht. Hinter dem deutschen Angebot steht eine klar nachvollziehbare Unternehmensstruktur mit einem regulierten schwedischen Kreditinstitut als Darlehensgeber.
Was ist das Besondere an der Plus1 Umschuldung?
Plus1 verfolgt einen anderen Ansatz als viele klassische Ratenkreditanbieter. Das Unternehmen möchte nicht einfach zusätzliches Geld für Konsumwünsche bereitstellen. Stattdessen sollen vorhandene Schulden neu geordnet werden.
Mehrere kleinere Kredite und Finanzierungen werden dabei nach Möglichkeit durch einen einzigen Umschuldungskredit ersetzt. Statt beispielsweise eine Kreditkartenrechnung, zwei Ratenkäufe und einen Ratenkredit separat zu bezahlen, bleibt anschließend nur noch eine monatliche Kreditrate übrig.
Das Ziel besteht darin, die monatliche Belastung zu reduzieren und gleichzeitig wieder mehr Übersicht über die eigenen Finanzen zu bekommen.
Welche Schulden können mit Plus1 umgeschuldet werden?
Das Angebot ist insbesondere für typische Konsumschulden interessant. Plus1 nennt Ratenkredite, Kreditlinien, Kreditkartenschulden und Ratenkäufe als häufige Verbindlichkeiten, die zusammengefasst werden können.
Damit kann das Angebot beispielsweise für Verbraucher interessant sein, die gleichzeitig einen normalen Bankkredit, einen ausgeschöpften Kreditkartenrahmen und mehrere Ratenzahlungen bei verschiedenen Anbietern bedienen müssen.
Auch offene Inkassoforderungen können laut Plus1 in bestimmten Fällen in die Umschuldung einbezogen werden. Ob eine konkrete Verbindlichkeit tatsächlich übernommen werden kann, wird allerdings individuell geprüft.
Plus1 und Klarna, PayPal und andere Ratenkäufe
Besonders interessant erscheint das Konzept vor dem Hintergrund der zunehmenden Verbreitung von Buy Now Pay Later Angeboten. Ein einzelner Ratenkauf wirkt zunächst häufig überschaubar. Problematisch kann es werden, wenn mehrere solcher Finanzierungen gleichzeitig laufen und zusätzlich Kreditkarte, Dispokredit oder bestehende Ratenkredite bedient werden müssen.
Genau für solche Situationen ist eine Bündelung grundsätzlich interessant. Aus vielen kleinen monatlichen Verpflichtungen wird im Idealfall eine einzige Rate. Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass eine Umschuldung günstiger ist. Entscheidend sind der neue effektive Jahreszins, die Laufzeit und die Gesamtkosten. Eine niedrigere Monatsrate kann beispielsweise auch dadurch entstehen, dass die Schulden über einen deutlich längeren Zeitraum zurückgezahlt werden.
Wie hoch ist der Plus1 Umschuldungskredit?
Plus1 bietet nach aktuellen Angaben Umschuldungen bis zu einem Betrag von 20.000 Euro an. Wie viel davon tatsächlich bewilligt wird, hängt von Einkommen, Ausgaben und der persönlichen finanziellen Gesamtsituation ab.
Der Höchstbetrag zeigt gleichzeitig, an welche Zielgruppe sich das Angebot richtet. Für die Zusammenfassung mehrerer kleiner Ratenkredite, Kreditkartenschulden oder Ratenkäufe können 20.000 Euro durchaus ausreichen. Wer dagegen sehr hohe bestehende Kredite ablösen möchte, stößt bei Plus1 vergleichsweise schnell an die Grenze.
Das Besondere: Der Zinssatz kann später sinken
Eine ungewöhnliche Eigenschaft des Plus1 Kredits ist das Modell zur Zinssenkung. Bei einem normalen Ratenkredit wird der vereinbarte Sollzins üblicherweise für die entsprechende Zinsbindung festgelegt und bleibt dann unverändert.
Plus1 verfolgt einen anderen Ansatz. Wer seinen Kredit vertragsgemäß zurückzahlt, kann später von sinkenden Zinsen profitieren. Nach den aktuellen Angaben von Plus1 beginnt dies nach zwei Jahren. Anschließend senkt Plus1 den Zinssatz alle zwölf Monate, solange die Rückzahlung wie vereinbart erfolgt.
Das ist ein interessanter Ansatz, weil zuverlässiges Zahlungsverhalten während der laufenden Finanzierung belohnt werden soll. Für die Bewertung eines konkreten Angebots sollte trotzdem zunächst mit den tatsächlich im Kreditvertrag ausgewiesenen Konditionen gerechnet werden. Eine mögliche spätere Zinssenkung ist ein zusätzlicher Vorteil, sollte aber einen anfänglich zu teuren Kredit nicht automatisch attraktiv machen.
Plus1 Kredit trotz negativer SCHUFA?
Hier unterscheidet sich Plus1 durchaus von vielen klassischen Banken. Ein negativer SCHUFA Eintrag führt nach Angaben des Unternehmens nicht automatisch zur Ablehnung.
Plus1 erklärt ausdrücklich, dass die finanzielle Gesamtsituation betrachtet wird. Auch bei Negativeinträgen sowie Mahn oder Inkassovermerken kann demnach unter Umständen eine Umschuldung möglich sein.
Das sollte jedoch nicht mit einem Kredit ohne SCHUFA verwechselt werden. Plus1 holt im Rahmen der Kreditprüfung eine Kreditauskunft bei der SCHUFA ein. Das Unternehmen prüft außerdem Einkommen, bestehende Schulden, Wohnsituation und weitere Angaben und kann dafür beispielsweise Kontoinformationen, Gehaltsabrechnungen oder Arbeitsverträge heranziehen. Die reine Kreditanfrage bei Plus1 soll sich nach Angaben des Anbieters nicht auf den SCHUFA Score auswirken.
Mindestens 1.500 Euro Nettoeinkommen erforderlich
Trotz der vergleichsweise offenen Haltung gegenüber schwierigeren finanziellen Situationen gibt es klare Voraussetzungen. Für einen Plus1 Kredit ist derzeit ein regelmäßiges Nettoeinkommen von mindestens 1.500 Euro monatlich erforderlich.
Das zeigt einen wichtigen Unterschied zu manchen Werbeversprechen aus dem Bereich der Kredite für schwierige Fälle. Plus1 möchte zwar auch Menschen finanzieren, die bei anderen Kreditgebern Schwierigkeiten haben können, prüft aber trotzdem, ob die neue Kreditrate langfristig tragbar erscheint.
Ein Mitantragsteller kann die Chancen verbessern
Eine weitere Besonderheit ist die Möglichkeit, einen zweiten Antragsteller einzubeziehen. Das kann beispielsweise der Ehepartner oder Lebenspartner sein.
Plus1 weist darauf hin, dass mit einem Mitantragsteller häufig ein höherer Kreditbetrag und teilweise auch ein niedrigerer Zinssatz möglich werden. Besonders relevant wird dies, wenn die vorhandenen Schulden im Verhältnis zum Einkommen bereits sehr hoch sind.
Ein Mitantragsteller sollte diesen Schritt allerdings nicht als reine Formalität betrachten. Wer gemeinsam einen Kredit aufnimmt, übernimmt damit auch eine entsprechende finanzielle Verantwortung.
Wie läuft die Umschuldung bei Plus1 ab?
Zunächst wird online eine unverbindliche Anfrage gestellt. Anschließend prüft Plus1 die finanzielle Situation und ermittelt, ob ein passendes Angebot möglich ist.
Kommt ein Kreditvertrag zustande, werden die für die Umschuldung vorgesehenen bestehenden Kredite abgelöst. Anschließend zahlt der Kunde nur noch die vereinbarte Rate des neuen Plus1 Kredits.
Gerade dieser Punkt ist für eine echte Umschuldung wichtig. Sinn und Zweck sollte nicht darin bestehen, einen weiteren Kredit zusätzlich zu den vorhandenen Schulden aufzunehmen. Die bestehenden teuren Verbindlichkeiten sollen tatsächlich verschwinden und durch eine übersichtlichere Finanzierung ersetzt werden.
Ist die monatliche Rate wirklich niedriger?
Das lässt sich nur anhand eines individuellen Angebots beurteilen. Eine Umschuldung kann die monatliche Belastung erheblich reduzieren. Allerdings sollte man genau hinschauen, wodurch diese Ersparnis entsteht.
Wird beispielsweise eine Restschuld von 12.000 Euro statt über drei Jahre künftig über acht Jahre zurückgezahlt, fällt die monatliche Rate naturgemäß wesentlich kleiner aus. Gleichzeitig wird der Kredit aber deutlich länger bezahlt.
Deshalb sollte nicht ausschließlich die neue Monatsrate betrachtet werden. Effektiver Jahreszins, Laufzeit und Gesamtbetrag sind mindestens genauso wichtig.
Die beste Umschuldung wäre eine Finanzierung, bei der sowohl die monatliche Belastung als auch die gesamten Finanzierungskosten sinken. In einer angespannten finanziellen Situation kann allerdings auch eine bewusst längere Laufzeit sinnvoll sein, wenn dadurch eine dauerhaft tragbare Rate entsteht.
Was ist mit Vorfälligkeitsentschädigungen der alten Kredite?
Auch die Kosten für die Ablösung bestehender Kredite sollten berücksichtigt werden. Bei einem allgemeinen Verbraucherdarlehen kann die bisherige Bank unter bestimmten Voraussetzungen eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen.
Diese ist gesetzlich begrenzt. Bei mehr als einem Jahr verbleibender Laufzeit darf sie grundsätzlich höchstens ein Prozent des vorzeitig zurückgezahlten Betrags betragen. Beträgt die Restlaufzeit höchstens ein Jahr, liegt die Grenze grundsätzlich bei 0,5 Prozent.
Ob tatsächlich eine solche Entschädigung anfällt, hängt vom bestehenden Kreditvertrag und den gesetzlichen Voraussetzungen ab. Diese Kosten gehören deshalb in einen vernünftigen Vergleich zwischen altem und neuem Kredit.
Für wen kann die Plus1 Umschuldung interessant sein?
Besonders interessant erscheint Plus1 für Verbraucher, bei denen sich im Laufe der Zeit mehrere kleinere Finanzierungen angesammelt haben. Kreditkartenschulden, Ratenkäufe, Kreditlinien und klassische Ratenkredite können zusammen eine erhebliche monatliche Belastung erzeugen.
Auch für Personen mit nicht perfekter Bonität könnte Plus1 eine zusätzliche Möglichkeit darstellen. Das Unternehmen schließt negative SCHUFA Einträge nicht grundsätzlich aus und kann nach eigener Aussage sogar bestimmte Inkassoforderungen berücksichtigen.
Das bedeutet allerdings nicht, dass jeder Antrag angenommen wird. Plus1 führt eine Haushaltsrechnung und Bonitätsprüfung durch und möchte nach eigenen Angaben nur dann einen Kredit vergeben, wenn die Umschuldung die finanzielle Situation tatsächlich verbessern kann.
Ist Plus1 eine Alternative zur klassischen Bank?
Plus1 besetzt eine interessante Nische zwischen gewöhnlichem Bankkredit und Angeboten für Verbraucher mit komplizierteren finanziellen Verhältnissen. Wer eine hervorragende Bonität besitzt und lediglich einen bestehenden Kredit günstiger umschulden möchte, sollte weiterhin verschiedene klassische Banken und Kreditangebote vergleichen. Dort könnte ein günstigerer Zinssatz erhältlich sein.
Interessanter wird Plus1 möglicherweise dann, wenn mehrere unterschiedliche Verbindlichkeiten zusammengeführt werden sollen oder die Bonität nicht mehr ganz so unkompliziert ist. Dass negative SCHUFA Einträge nicht automatisch zum Ausschluss führen und sogar Inkassoforderungen im Einzelfall berücksichtigt werden können, hebt das Angebot von vielen gewöhnlichen Ratenkrediten ab.
Plus1 Umschuldungskredit Erfahrungen und Bewertungen
Die bisherigen Erfahrungen mit Plus1 fallen überwiegend positiv aus. Auf Trustpilot erreicht Plus1 Ende August 2026 bei mehr als 5.100 Bewertungen einen TrustScore von 4,7 von 5 Punkten. Rund 85 Prozent der Bewertungen entfallen auf fünf Sterne. Dabei ist allerdings zu beachten, dass Plus1 bereits vor dem deutschen Marktstart in anderen europäischen Ländern tätig war und deshalb nicht sämtliche Bewertungen von deutschen Kreditnehmern stammen.
In aktuellen Erfahrungsberichten werden besonders die persönliche Beratung, die freundliche Kommunikation und eine unkomplizierte Abwicklung gelobt. Einige Kunden berichten auch davon, mit Hilfe von Plus1 mehrere bestehende Verbindlichkeiten in einer Umschuldung zusammengefasst zu haben. Vereinzelt gibt es jedoch Kritik, beispielsweise an längeren Wartezeiten, der Erreichbarkeit oder einer abgelehnten Kreditanfrage.
Insgesamt ergibt sich aus den bisherigen Bewertungen ein positives Bild. Erfahrungsberichte sollten bei der Entscheidung für eine Umschuldung trotzdem nur eine ergänzende Rolle spielen. Entscheidend ist, ob das persönliche Plus1 Angebot bei Zinssatz, Monatsrate, Laufzeit und Gesamtkosten tatsächlich eine Verbesserung gegenüber den bisherigen Schulden darstellt.
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Unsere Einschätzung zur Plus1 Umschuldung
Das Konzept von Plus1 ist interessant, weil nicht der nächste Konsumkredit im Mittelpunkt steht, sondern die Neuordnung bereits bestehender Schulden. Besonders positiv fällt das Modell auf, nach zwei Jahren bei vertragsgemäßer Zahlung regelmäßig den Zinssatz zu reduzieren.
Auch der Umgang mit schwierigeren Bonitätssituationen ist bemerkenswert. Negative SCHUFA Einträge bedeuten laut Plus1 nicht automatisch eine Ablehnung. Gleichzeitig findet eine vollständige Kreditprüfung statt, was verhindert, dass das Angebot fälschlicherweise als Kredit ohne SCHUFA verstanden wird.
Ob der Kredit tatsächlich günstig ist, lässt sich jedoch nicht pauschal beantworten. Das entscheidet erst das individuelle Kreditangebot. Gerade bei langen Laufzeiten sollte neben der monatlichen Entlastung unbedingt darauf geachtet werden, wie hoch die gesamten Kreditkosten am Ende ausfallen.
Fazit
Wie gut ist die Plus1 Umschuldung? Plus1 verfolgt ein durchaus ungewöhnliches Konzept auf dem deutschen Kreditmarkt. Statt Verbraucher zu zusätzlichen Ausgaben zu bewegen, sollen vorhandene Kredite, Kreditkartenverbindlichkeiten und Ratenkäufe gebündelt und besser beherrschbar gemacht werden.
Interessant ist das Angebot insbesondere für Menschen mit mehreren parallelen Verbindlichkeiten und für Kreditnehmer, deren Bonität bei gewöhnlichen Banken bereits Schwierigkeiten bereitet. Ein regelmäßiges Nettoeinkommen von mindestens 1.500 Euro ist dennoch erforderlich und auch eine SCHUFA Prüfung gehört zum Verfahren.
Besonders hervorzuheben ist die mögliche Zinssenkung während der Kreditlaufzeit. Nach zwei Jahren soll der Zinssatz bei ordnungsgemäßer Rückzahlung alle zwölf Monate weiter sinken.
Ob sich eine Plus1 Umschuldung im konkreten Fall lohnt, hängt letztlich von den angebotenen Konditionen ab. Eine geringere Monatsrate allein reicht für diese Beurteilung nicht aus. Wer das Angebot erhält, sollte deshalb Zinssatz, Laufzeit, Gesamtbetrag und mögliche Ablösekosten der bisherigen Kredite miteinander vergleichen. Wenn danach nicht nur mehr Übersicht, sondern tatsächlich eine tragfähigere finanzielle Situation entsteht, kann Plus1 eine interessante Alternative zur klassischen Umschuldung über eine Bank sein.